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2146 Beiträge - Orgellegende
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Zitat
Original geschrieben von Niederrheiner

Ggf. liege ich ja falsch, aber wenn ich eine Taste loslasse hebt sich mein Finger normalerweise doch schneller als die Taste. Dadurch berühre ich die Taste dann ja gar nicht mehr. Dann ist es doch für mein Spielgefühl egal, welche Kraft die Taste beim Hochheben erzeugt, oder?

Eine Kraft von der Taste spüre ich ja nur, solange mein Finger auf der Taste aufliegt, also beim Runterdrücken und Festhalten.

So sehe ich das auch. Aber es scheint ja diese Experten zu geben, die angeblich genau deshalb nicht auf mechanische Trakturen verzichten wollen, weil man damit den Spielwind "feinfühlig dosieren" kann. Deren Finger müssten also permanent auf den Tasten kleben um bestimmte Winkelstellungen des Spielventils beibehalten zu können. Damit kann dann auch der Rückweg der Taste mit den dann spezifisch auftretenden Kräften eigentlich keinesfalls egal sein. Komischerweise sind dann viele davon mit völlig unrealistischen Druckpunktsimulationen in ihren Digitalorgeln angeblich höchst zufrieden skeptisch

Das fängt dann schon mal damit an, dass meist der "Druckpunkt" an diesen Midi-Klaviaturen noch nichtmal annähernd mit dem Punkt übereinstimmt, an dem die Taste dann einen Ton liefert.

Zitat
Original geschrieben von Dulzian

Mit Verlaub, daher schrieb ich ja ausdrücklich von Orgeln mit MECHANISCHER Traktur !

Oh sorry, das habe ich versehentlich überlesen, es war wirklich nur die Rede von mechanischen Trakturen.

Zitat
Original geschrieben von Dulzian

Zitat
Original geschrieben von Mikelectric

Bei der mechanischen Traktur wird gegen die Windkraft am Ventil gespielt. Die Kraft lässt augenblicklich sehr stark nach, sobald auch nur ein kleiner Spalt am Ventil geöffnet ist. Aber umgedreht beim Loslassen der Taste hilft die Windkraft ebenso stark mit das Ventil wieder zuzudrücken, sobald dieser schmale Öffnungswinkel wieder erreicht wird. So gesehen ist die Simulation mittels eines Magneten sicher auch nicht so ganz verkehrt.



Hier möchte ich nochmal genauer nachhaken, weil ich in Frage stelle, ob diese Ausssage bzgl. Schubkraft beim Loslassen der Taste so wirklcih stimmt.

Ich glaube nämlich, dass keineswegs die Windkraft das Ventil ebenso stark wieder zurückdrückt, wie die Kraft, mit der man das Ventil öffnet. Wenn dem so wäre, würde man einene negativen Druckpunkt spüren beim langsamen Loslassen der Taste (dass also die Taste in der Nähe des Druckpunktes schlagartig mit stärkerer Kraft entgegenkommt).

Ist es nicht gerade anders herum, dass doch der Orgelwind durch das offene Ventil geht und damit beim Loslassen der Taste, also Schließen des Ventils, der Orgelwind gegen das Ventil drückt und damit Widerstand liefert?

Wenn diese Frage geklärt ist, kann man sehen, ob sich anziehende oder sich abstoßende Magneten besser geeignet sind für die Druckpunktsimulation.

Das Verhalten bei der mechanischen Traktur ist natürlich auch etwas unterschiedlich, je nachdem um welche Art von Traktur es sich handelt. Eine Stechermechanik hat in der Regel sicher deutlich weniger bis keine Lerreise der Tasten als eine hängende Traktur mit einarmigen Tasten oder gar eine Traktur mit zweiarmigen Tasten.

Mal von der Tasten-Leerreise abgesehen, so tritt am Druckpunkt eine Windkraft auf die zu überwinden ist. Diese resultiert aus dem Winddruck und der Öffnungsfläche des Ventils: F = P x A (F=Kraft, P=Luftdruck, A=Fläche)

Hieraus ergibt sich, dass diese Kraft sowohl im Augenblick des Öffnens als auch im Augenblick des Schließens des Ventils auftritt (natürlich auch solange es geschlossen bleibt) und demnach immer gleich groß ist. Das Ventil wird also tatsächlich zugezogen ! Natürlich wird man es nicht merken, weil der Finger nach dem Anschlag eben von der Taste entfernt wird. Aber wer es nicht glaubt, der drücke mal ganz bewusst eine Taste sehr langsam nieder und lasse sie genauso langsam wieder hochkommen bis in die Ausgangsstellung. Dabei genau beobachten was die Kräfte machen und wann sich ein Ton beginnt zu entwickeln. Mit dieser Erfahrung dann einfach mal eine Midi-Klaviatur mit "Druckpunkt" genauso analysieren. Dabei wird einem dann hoffentlich ein Licht aufgehen Idee
Beitrag vom 16.05.2014 - 00:50
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Dulzian ist offline Dulzian  
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418 Beiträge - Vielorgler
Zitat
Original geschrieben von Mikelectric

Zitat
Original geschrieben von Niederrheiner

Ggf. liege ich ja falsch, aber wenn ich eine Taste loslasse hebt sich mein Finger normalerweise doch schneller als die Taste. Dadurch berühre ich die Taste dann ja gar nicht mehr. Dann ist es doch für mein Spielgefühl egal, welche Kraft die Taste beim Hochheben erzeugt, oder?

Eine Kraft von der Taste spüre ich ja nur, solange mein Finger auf der Taste aufliegt, also beim Runterdrücken und Festhalten.

So sehe ich das auch. Aber es scheint ja diese Experten zu geben, die angeblich genau deshalb nicht auf mechanische Trakturen verzichten wollen, weil man damit den Spielwind "feinfühlig dosieren" kann. Deren Finger müssten also permanent auf den Tasten kleben um bestimmte Winkelstellungen des Spielventils beibehalten zu können. Damit kann dann auch der Rückweg der Taste mit den dann spezifisch auftretenden Kräften eigentlich keinesfalls egal sein. Komischerweise sind dann viele davon mit völlig unrealistischen Druckpunktsimulationen in ihren Digitalorgeln angeblich höchst zufrieden skeptisch

Das fängt dann schon mal damit an, dass meist der "Druckpunkt" an diesen Midi-Klaviaturen noch nichtmal annähernd mit dem Punkt übereinstimmt, an dem die Taste dann einen Ton liefert.



Es ist natürlich ein Argument, dass man die Finger normalerweise schneller hebt als die Taste. Trotzdem könnte ich es mir störend vorstellen, wenn man das Gefühl hat, dass die Taste im letzten Moment "entgegenschnippt". Denn auf der anderen Seite möchte man ja im Normalfall mit den Fingern möglichst immer Tastenkontakt halten und nur eben die Kraft loslassen, aber mit den Fingern auf der Taste oder zumindest nahe dran bleiben

Solchen Experte, die angeblich den Spielwind "feinfühlig dosieren" wollen, sind mir bis jetzt noch nicht begegnet. Wohl aber das Verlangen, den Druckpunkt immer unter den Fingern zu spüren beim Spielen, weil das guter Artikulation förderlich ist (nur meine Meinung).

Bei meinen Fatar-Tastaturen bin ich mit dem Zeitpunkt der Tongabe im Vergleich zum Druckpunkt eigentlich gut zufrieden, insbesondere ausreichend gleichmäßig über die Tastatur verteilt. Viel schlimmer ist da, das die Gummipröppel der oft benutzten Tasten im Mittelbereich sehr schlaff geworden sind und nur die am Randbereich straff sind, wodurch sich stark unterschiedliches Tastendruckgefühl ergibt.

Zitat
Original geschrieben von Mikelectric
Mal von der Tasten-Leerreise abgesehen, so tritt am Druckpunkt eine Windkraft auf die zu überwinden ist. Diese resultiert aus dem Winddruck und der Öffnungsfläche des Ventils: F = P x A (F=Kraft, P=Luftdruck, A=Fläche)

Hieraus ergibt sich, dass diese Kraft sowohl im Augenblick des Öffnens als auch im Augenblick des Schließens des Ventils auftritt (natürlich auch solange es geschlossen bleibt) und demnach immer gleich groß ist. Das Ventil wird also tatsächlich zugezogen ! Natürlich wird man es nicht merken, weil der Finger nach dem Anschlag eben von der Taste entfernt wird. Aber wer es nicht glaubt, der drücke mal ganz bewusst eine Taste sehr langsam nieder und lasse sie genauso langsam wieder hochkommen bis in die Ausgangsstellung. Dabei genau beobachten was die Kräfte machen und wann sich ein Ton beginnt zu entwickeln. Mit dieser Erfahrung dann einfach mal eine Midi-Klaviatur mit "Druckpunkt" genauso analysieren. Dabei wird einem dann hoffentlich ein Licht aufgehen Idee



Ich werde mal, mit Briefwaage und Gewichten bewaffnet, die Dinge an der Kirchenorgel mit mechanischer Traktur, an der ich am häufigsten Orgeldienste übernehme, nachmessen.
Das Niederdruckgewicht und den Druckpunkt beim Tastendrücken kann man ja einfach durch Gewichte wie gestapelte Eisenstücke (Muttern) ausmessen. Vielleicht gelingt dies auch beim Tastenoslassen - spannende Frage. Wenn ich quantitative Aussagen habe (werde es mit Haupt- und Obermanual bei mehreren Tasten austesten), werde ich das in 2,3 Tagen hier posten.

Wenn Michael (Mikelectric) Recht hat, das tatsächlich ein negativer Tastendruckpunkt in gleicher Stärke da ist, dann sollte eigentlich die Magnetvariante mit sich anziehenden Magneten (Dr. Syré oder Heuss-Variante) besser sein als die von UHT, weil es dort genau anders herum gelöst ist beim Tastenrückweg. Dies lässt sich ja hoffentlich praktisch ausmessen an der Kirchenorgel - ich werde berichten.



Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zuletzt von Dulzian am 16.05.2014 - 13:56.
Beitrag vom 16.05.2014 - 13:55
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Offenbass 32' ist offline Offenbass 32'  
Moderator
1066 Beiträge - Orgelmeister
Hallo Olaf,

auf das Ergebnis deiner Studie bin ich gespannt.
Bedenke dabei, daß du die Gewichte (Muttern) übereinander stapeln musst sonst ergibt sich dank der Hebelgesetze ein unbrauchbares verfälschtes Ergebins.
Beitrag vom 16.05.2014 - 14:54
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Niederrheiner ist offline Niederrheiner  
65 Beiträge - Ober-Kalkant
Hallo zusammen,

im Grunde müsste man eine Messvorrichtung haben, die die Kraft über dem Weg messen kann. Die Kraft beim Runterdrücken der Taste ist ja nicht konstant und für das Spielgefühl wäre das die vollständige relevante Aufzeichnung. Dann bekommt man eine Kurve und an der kann man dann das gesamte Verhalten ablesen. Das Ganze müsste man dann noch bei verschiedenen Geschwindigkeiten messen, ggf. gibt es da Unterschiede, ggf. auch nicht.

Grundsätzlich kann man so etwas konstruieren, ggf. werde ich das an der Hochschule mal als Maschinenbau-Projektarbeit im Wintersemester für ein paar Studierende vergeben, oder gibt es so etwas schon?

Der nächste Schritt wäre dann, dass man diese Kraft-Weg-Kurven an echten Orgeln aufzeichnet, die Tastaturen mit entsprechenden Servomotoren ausstattet und dann kann man auch die Trakturen der originalen Orgeln sampeln und wiedergeben. Nun ja, vielleicht auch nicht....

Viele Grüße


Michael
Beitrag vom 16.05.2014 - 23:09
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mike ist offline mike  
Administrator
2146 Beiträge - Orgellegende
mike`s alternatives Ego
Ich denke das wäre die richtige Vorgehensweise. Damit die Orgelsimulation dann auch so richtig realistisch wird, sollte man natürlich die Kurvenschar nicht nur für den Kraftverlauf bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten einer Taste durchführen, sondern dies natürlich für sämtliche verfügbaren Manual- und Pedaltasten separat aufzeichnen und dann so wiedergeben. Selbiges dann noch in Kombination mit allen verfügbaren Koppeln. Dies sind Parameter die eigentlich zu einem guten Sampleset der Zukunft gehören sollten. grosses Lachen

Neudeutsch vielleicht: Force-Feedback-Claviature ? lachend
Beitrag vom 16.05.2014 - 23:25
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Dulzian ist offline Dulzian  
Druckpunkt- und Niederdruck-Messungen an Tastaturen
Moderator
418 Beiträge - Vielorgler
Hallo zusammen,

ich habe mal Messungen mit Hilfe einer digitalen Küchenwaage und einer dicken Schraube gemacht, auf die ich entsprechend viele Unterlegscheiben aufgefädelt habe und die ich auf der Vorderkante von "weißen" Tasten platziert habe. Habe zum einen das Gewicht gemessen, bei dem die Taste heruntersackt und das Gewicht, bei dem die Taste wieder hochkommt.

Muß als erstes Michael (Mikelectric) Recht geben - es sieht so aus, das beim Hochkommen der Taste am Ende tatsächlich ein negativer Druckpunkt entsteht. Ob er die gleiche Stärke hat wie der Druckpunkt beim Heruntergehen der Taste, konnte ich nicht gut messen.

Ich gehe aber mal davon aus, dass man die Differenz des Gewichtes, bei dem die Taste heruntergeht und dem Gewicht, wo die Taste wieder hochgeht, in erster Näherung als die Kraftkomponente des Tastendruckpunktes bezeichnen kann.

Auch wenn die Angaben auf Gramm genau angeben sind, sind sicherlich Toleranzen von +/- 5 Gramm drin, wenn nicht noch etwas mehr. N : Niederdruckgewicht, H : Gewicht, bei dem die Taste wieder hochgeht

FATAR-Tastatur (4 Jahre Gebrauch ca. 2h / Tag im Schnitt)
a) unbenutzte Taste (h4): N = 143g, H = 102g
b) total ausgeleierte Taste, wahrscheinlich kaputtes Hütchen oder Feder (f1): N = 60g, H = 60g
c) "normal" ausgeleierte Taste: N = 120g, H = 73g

Kirchenorgel, 2-manualig, 24 Register, mechanische Traktur
a) Hauptmanual tiefstes C (C), Prinzipal8-Register: N = 174g, H = 51g, alle Register: N =217g, H = 60g
b) Hauptmanual mittleres c (c1)Prinzipal8-Register: N = 115g, H = 51g, alle Register: N =126g, H = 60g
c) Hauptmanual höchstes f (f4) Prinzipal8-Register: N = 111g, H = 64g, alle Register: N =117g, H = 65g
d) Oberwerk mittleres c (c1) Rohrflöte8-Register: N = 102g, H = 50g, alle Register: N =102g, H = 50g
e) Manualkoppel mittleres c (c1) Prinzipal/Rohrflöte-Register: N = 218g, H = 93g

Warum es Unterschiede gibt, wieviel Register gezogen werden, weiß ich nicht. Auch nicht, warum z.B. mit Manualkoppel die H-Angabe nicht die Summe ist, auch unklar - habe da mehrfach gemessen, kam immer zu ähnlichen Ergebnissen.

Der Tasteniedergang ist bei dieser Kirchenorgel nur 9mm, erscheint mir ziemlich wenig (sowohl bei Hauptmanual als auch Oberwerk)

Soweit die Messungen. Vielleicht hat jemand noch andere Orgeln vermessen?

Gruß
Olaf



Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, zuletzt von Dulzian am 17.05.2014 - 15:46.
Beitrag vom 17.05.2014 - 15:05
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Niederrheiner ist offline Niederrheiner  
65 Beiträge - Ober-Kalkant
Hallo Dulzian,

gemessene Daten finde ich immer klasse. Ich meine, dass ich irgendwo auch mal so ein kleines Gerät gesehen habe, mit dem man Tasten runterdrücken konnte und das dann die Maximalkraft in g (Physiker mich bitte nicht steinigen, ein Kraft ist eigentlich in Newton) anzeigte.

Beim Runterdrücken hast du definitiv die Maximalkraft gemessen. Davor oder danach kann beim Runterdrücken die Kraft kleiner sein, was das Spielgefühl sicher auch beeinflusst. Eine ganz präzise Beschreibung/Messung des Anschlags wäre aufwändiger, allerdings finde ich, dass man auch aus deiner Methode sehr gute Erkenntnisse gewinnen kann.

Man erkennt, dass die Fatar einen merkbaren Verschleiß hat, diese Erkenntnis könnte mich beim Erstkauf meiner Orgel noch eine Menge Geld kosten.....

Zur mechanischen Orgel kann man Überlegungen anstellen, die man natürlich nur durch Ansehen der Orgel mit 100%iger Richtigkeit beantworten kann. Ein Orgelbauprofi weiß das wahrscheinlich auch so ganz genau und kann meine These ggf. bestätigen oder widerlegen. Ich spekuliere also erst mal:

Bei allen gezogenen Registern entsteht auf der Innenseite des Ventils eine höhere Strömungsgeschwindigkeit des Windes da mehr geöffnete Register weniger Windwiederstand bieten. Damit entsteht dort ein niedrigerer Druck und damit eine zusätzliche Kraft, die das Ventil schließen will.

Das entspricht auch meinem Gefühl, dass bei einer mechanischen Orgel bei massiven Zuregistrieren der Anschlag etwas stärker wird. Ich empfinde das als schön, es ist ähnlich dem lauteren Spiel auf dem Klavier.

Bei tiefen Tönen wird mehr Luft benötigt, ggf. sind da die Ventile größer. Gefühlt hätte ich aber immer gedacht, dass ein Orgelbauer das ausgleicht. Wer hat denn die Orgel wann gebaut?

Viele Grüße

Michael
Beitrag vom 17.05.2014 - 18:18
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martin ist online martin  
RE:
Moderator
1312 Beiträge - Orgelmeister
Zitat

Ich habe die Fatar-Tastaturen seit einigen Jahren in Gebrauch, im Schnitt ca. 2h pro Tag. Nach 4 Jahren Dauergebrauch müsste ich jetzt die Gummihütchen wechseln, denn sie sind nur noch in den Randbereichen der Tastatur straff.



Ist das Gummihütchen als so eine Art Feder drinnen?

dh: Taste ist auf einen Angelpunkt befestigt, so das man sie rauf/runter bewegen kann und kurz vor den Angelpunkt ist das Gummihütchen unter der Taste, damit es die Taste beim Loslassen wieder hinaufdrückt bzw. Widerstand bietet, damit die Taste nicht von Selbst hinunter fällt.
Beitrag vom 17.05.2014 - 21:08
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Niederrheiner ist offline Niederrheiner  
65 Beiträge - Ober-Kalkant
Hallo zusammen,

mein Eindruck ist, dass das Gummihütchen bei den Fatar für den Druckpunkt und damit die maximale Kraft beim Drücken der Tasten sorgt.

Die Gummidinger kann man auch einzeln nachkaufen, siehe:
http://www.pausch-e.de/klaviaturen.htm
(Ganz nach unten scrollen).

Auch daraus kann man schließen, dass die wohl einen gewissen Verschleiß zeigen.
Das wird dann vor allem das Druckpunktgefühl stark verringern.

Ich habe ja noch nicht so viele Fatars gespielt, aber am besten habe ich die bei einer neuen Orgel bei Kisselbach empfunden.

Viele Grüße


Michael
Beitrag vom 17.05.2014 - 22:03
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Dulzian ist offline Dulzian  
RE:
Moderator
418 Beiträge - Vielorgler
Zitat
Original geschrieben von Niederrheiner

Bei allen gezogenen Registern entsteht auf der Innenseite des Ventils eine höhere Strömungsgeschwindigkeit des Windes da mehr geöffnete Register weniger Windwiederstand bieten. Damit entsteht dort ein niedrigerer Druck und damit eine zusätzliche Kraft, die das Ventil schließen will.

Das entspricht auch meinem Gefühl, dass bei einer mechanischen Orgel bei massiven Zuregistrieren der Anschlag etwas stärker wird. Ich empfinde das als schön, es ist ähnlich dem lauteren Spiel auf dem Klavier.

Bei tiefen Tönen wird mehr Luft benötigt, ggf. sind da die Ventile größer. Gefühlt hätte ich aber immer gedacht, dass ein Orgelbauer das ausgleicht. Wer hat denn die Orgel wann gebaut?



Danke für die Erklärung bzgl. höherem Druckpunkt, wenn viele Register gezogen sind.

Die Orgel ist ziemlich genau 100 Jahre alt, und wurde vor 40 Jahren restauriert. Wer die Orgel erbaut hat, weiß ich nicht (Schande, Schande...). Kann sogar sein, dass vor 40 Jahren dann erst von Pneumatik auf mechanische Traktur umgebaut wurde, auch das weiß ich nicht. Von der Disposition her ist es eine neobarocke Orgel.

Zitat
Original geschrieben von martin

Ist das Gummihütchen als so eine Art Feder drinnen?

dh: Taste ist auf einen Angelpunkt befestigt, so das man sie rauf/runter bewegen kann und kurz vor den Angelpunkt ist das Gummihütchen unter der Taste, damit es die Taste beim Loslassen wieder hinaufdrückt bzw. Widerstand bietet, damit die Taste nicht von Selbst hinunter fällt.



Nein, die Gummihütchen sind zusätzlich zu den Federn drin. D.h. sie sind wirklich für den deutlich zu spürenden und wie ich finde, gar nicht mal so schlechten Druckpunkt da. Leider unterliegen sie eben einem Verschleiß.

Zitat
Original geschrieben von Niederrheiner

Die Gummidinger kann man auch einzeln nachkaufen, siehe:
http://www.pausch-e.de/klaviaturen.htm
(Ganz nach unten scrollen).



Also, für 2 Manuale mit je 56 verwendeten Tasten braucht man 9 Matten, also ist man insgesamt mit ca. 80€ dabei. Das finde ich verkraftbar, mich schreckt eher das ganze Gerödel, denn die Feder jeder Taste muß ausgehoben werden, damit alle Tasten entfernt werden können, um die Matten auszutauschen. Man könnte sparen, indem man die Matten aus dem Randbereich in die Mitte tut, aber wenn man schonmal dabei ist, würde ich immer alles tauschen. Vielleicht altert ja auch das Gummi, also neben nutzungsabhängigem auch einen zeitabhängiger Verschleiß?
Beitrag vom 18.05.2014 - 11:47
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Orgelwolf ist offline Orgelwolf  
RE: Klaviaturen
17 Beiträge - Balgtreter
Zitat
Original geschrieben von Niederrheiner

Hallo zusammen,

zur Zeit beschäftige ich mich mit den Möglichkeiten der Tastatur.


So geht es mir auch gerade. Eine Frage, die bisher hier wohl noch nicht angesprochen wurde, ist die der Tastenzahl. Sollte man die unbedingt maximieren, also Klaviaturen mit 61 Tasten nehmen, oder werden die höchsten Töne eh nie gebraucht und 56 Tasten tun's genauso? Natürlich dürfte das vom gespielten Repertoire abhängen. Mehr als 56 Tasten braucht man wohl nur für jüngere Stücke.
Und wie sieht es mit den Samplesets aus? Gibt es da überhaupt eine nennenswerte Anzahl, die 61 Töne pro Register bietet? Oder bleiben die oberen Tasten doch fast überall „tot“?
Beitrag vom 29.01.2015 - 12:16
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mike ist offline mike  
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2146 Beiträge - Orgellegende
mike`s alternatives Ego
Eine gute Frage, die ich mir in der Vergangenheit auch schon ab und zu gestellt habe. Die meisten meiner Samplesets benutzen weniger als 61 Tasten. Meist genau so viele wie das Original ausfweist und das können eben auch mal nur 4 Oktaven Tonumfang, also 49 Tasten sein. Damit ist dann halt nur die Literatur spielbar wie im Original auch. Viele Orgeln haben 54 oder 56 Tasten pro Manual und nur wenige haben auch 61. Spontan fällt mir im Moment nur das Sampleset Walcker Doesburg ein, wo das Original auch tatsächlich volle 5 Oktaven hat.

Dann gibt es einige Sets, bei denen der Tonumfang gegenüber dem Original künstlich erweitert wurde, da die meisten Anwender sowieso 61 Tasten in ihren Midi-Spieltischen haben. Somit kann dann auch jegliche Literatur gespielt werden die für das Original untypisch wäre.

In der Regel erübrigt sich die Frage aber schon dahingehend, dass die preiswerteren Klaviaturen nur mit entweder 4 oder 5 Oktaven erhältlich sind. Dann ist es natürlich ratsam sich für 61 Tasten zu entscheiden, sofern es die Platzverhältnisse zulassen.

Beim Umbau von Originalklaviaturen mit Midi ist man dann sowieso an die Gegebenheiten gebunden und kann eben höchstens eine entspreechende Klaviaturgröße nach Wunsch nehmen, wenn man denn eine solche auch bekommt.

Ich persönlich würde mich für 56 Tasten entscheiden, wenn ich die Wahl hätte, weil das vielen Originalen entspricht und für alles reichen würde was ich spielen will. Die 61 Tasten sind mir eigentlich unnötig breit. Das nimmt mir unnötig Platz ein und kostet ggf. auch mehr Speicher im PC wenn man wirklich alle Töne lädt. Aber meine günstigen Klaviaturen gab es eben auch nur mit vollen 5 Oktaven.

Gruß Michael
Beitrag vom 29.01.2015 - 15:14
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martin ist online martin  
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1312 Beiträge - Orgelmeister
Wenn du es vielleicht einmal brauchen könntest und die Mehrkosten nur gering sind, nimm lieber mehr Tasten.

Bei Bedarf sind überzählige Tasten auch als frei belegbarer MIDI Schalter für HW/GO nutzbar, wenn alle anderen Schalter schon in Nutzung sind.


Beitrag vom 29.01.2015 - 23:04
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mike ist offline mike  
Kaviaturen der Marke "Schwindler"
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mike`s alternatives Ego
Hallo Freunde der guten Klaviatur,

kennt evtl. einer von euch schon diese Klaviaturen einer italienischen Firma oder will einen Kommentar dazu abgeben?

http://www.fabiomancini.altervista.org/hauptwerk/t...raENG.h tml

Einen Preis habe ich auf der Seite nicht gefunden, aber in einem anderen Forum gerüchteweise gelesen, dass diese Vollholzklaviaturen schon für ca. 850,- zu haben wären.

Ich bin nämlich gerade am überlegen, in meine umgebaute Eminent zwei bis drei bessere einzubauen. Holz wäre schön, aber selbst midifizieren ist mir zu viel Galama. Vielleicht hat jemand eine günstige Idee?! Ansonsten denke ich an Fatar 61TP/64LW (trotz der Gummihütchenzwinkern ), denn UHT ist mir zu teuer.

Gruß Michael
Beitrag vom 27.02.2015 - 08:57
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Dulzian ist offline Dulzian  
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418 Beiträge - Vielorgler
Vielen Dank für den Link, Michael - es ist das erste Mal, dass ich Kraft-Weg-Diagramme von Tastaturen sehe! positiv
Wie sehr freue ich mich auf die Untersuchungen, die Michael (Niederrheiner) dazu anstellen will in Form von Studentenarbeiten!

Bzgl. Fatar sehe ich es so - wenn die Tastaturen nicht viel benutzt werden, halten die Gummihütchen auch lange Jahre. Und das Tastengefühl empfinde ich bei neuen Tasten als stramm, aber nicht unangenehm.

Bei Fatar sind es bei TP60LW(R) wohl Holztasten, aber welche mit ziemlich kurzem Hebel, egal ob sie mit Holzimitat (TP60LW) oder mit Holz belegt sind (TP60LWR). Ob man das Gefühl hat, auf Holztasten mit der Mechanik wie bei Orgelmanualen (mit den mechanischen Führungsstiften usw) zu spielen, glaube ich erstmal nicht so, habe aber die Fatar-Holztastenvariante nicht ausprobiert.

Aber die Diagramme ....!!!:
Bzgl. Fatar leuchtet es mir ein, dass durch die Spiralfeder die Kraft beim Runterdrücken am Ende zunimmt, vielleicht auch, weil das Gummihütchen ja immer weiter zusammengequetscht wird.
Bzgl. UHT (was ich bisher nie unter den Fingern hatte) deckt sich dies mit der Aussage in einer Gebrauchsmusterschrift von Dr. Syré, weil bei UHT ebenfalls eine Feder drin sein muss, die bewirkt, das die Taste an den sich abstoßenden Magneten vorbei wieder nach oben gelangt.

Das Schöne ist, sowohl die Druckpunktrealisierung von mir als auch, was Ulrich vorhat, hier gibt es keine zunehmende Kraft am Ende des Tastenwegs, entspricht also dem , was Organi Virtuali für sich als Vorteil bewirbt. Darüberhinaus habe ich für mich versucht, mich der BDO-Norm anzupassen (d.h. Haltekraft höher als bei Organi Virtuali, ca. 80g statt 60g, und geringerer Druckpunktanteil), weil ich es ähnlich auch bei den Orgeln, die ich bisher antraf, nachmessen konnte.

Bzgl. Diagrammen und Tastenleergang am Anfang bezweifle ich, dass die Diagramme so wirklich präzise sind. UHT hat so einen Leergang, Fatar eigentlich nicht, und es hängt dann von der Druckpunktrealisierung bei Organi Virtuali ab, ob es das hat. Die Spitzen im Diagramm gibt es so bestimmt sowieso nicht, es sind gerundete Kurven.

Danke nochmal für den Link, weil dies die ersten Kraft-Weg-Diagramme sind, die ich sehen konnte.

Nach wie vor, wenn jemand das Feeling von echten Orgeltasten haben will, sollte man versuchen, an echte Orgelmanuale ranzukommen. Man muß entweder Zeit für die Midifizierung (+ggfs. Druckpunktrealisierung, falls man will) reinstecken, oder wenn man die nicht hat, lässt man das eben machen. Aber man hat echte Orgelmanuale, keine Fatar-Kurztasten oder Imitationen.
UHT hat zwar auch Holztasten, aber ich glaube, auch eher reduzierte Hebelverhältnisse gegenüber echten Pfeifenorgelmanualen (zumindest was untere Manuale angeht)?
Auch preislich ist die Variante der Verwendung gebrauchter Orgelmanuale interessant. Die Frage ist nur, ob man das Glück hat, an gute gebrauchte heranzukommen...


Dieser Beitrag wurde 4 mal editiert, zuletzt von Dulzian am 27.02.2015 - 13:21.
Beitrag vom 27.02.2015 - 13:10
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